OVO

7.10.2015

„Ovo“ präsentiert das große Krabbeln!

Alle Infos hier!

Überblick
Drehbuch und Regie von Deborah Colker
Über OVO
Bei OVO stürzt man kopfüber in ein farbenfrohes Nest voller Akrobatik, Komik und Überraschungen. Die Welt der Insekten voller Energie und Bewegung, mit ihrer ungeheuren Artenvielfalt, liefert eine ironische Blaupause für das Geschehen auf der Bühne. Turbulente Szenen wechseln sich mit stillen und gefühlvollen Moment ab, der Suche nach Liebe. Einem großen mysteriösen Ei begegnen die Insekten mit Ehrfurcht und Neugier. Das ikonische Objekt symbolisiert Rätsel und Zyklen ihres Lebens. Zur gleichen Zeit trifft ein sonderbarer, quirliger Fliegenmann in der emsigen Gemeinde ein. Als er einer formidablen Marienkäferdame begegnet, verlieben sich die beiden auf den ersten Blick. OVO schwappt über vor komischen Kontrasten und Artistik. Die versteckte, geheime Welt entpuppt sich zugleich als zart und verstörend, laut und leise, friedlich und chaotisch. Und wenn mit dem Sonnenaufgang ein neuer heller Tag anbricht, beginnt auch das pulsierende Leben von Neuem.


Name
Der Name OVO bedeutet „Ei“ auf portugiesisch. Dieses zeitlose Symbol für Geburt und Lebenszyklus zieht sich wie
ein roter Faden durch die gesamte Show. Auch grafisch hält sich ein Insekt im Namen versteckt: Die beiden „O“s stehen für die Augen während der Buchstabe „V“ die Nase bildet.

 

Kostüme
Im Einklang mit der Welt der Insekten: Liz Vandal, die Kostümbildnerin für OVO, fühlt sich besonders zur Welt der Insekten hingezogen. „Ich hatte schon immer diese Leidenschaft“, sagt sie. „Bereits als Kind legte ich im Hof Steine aus und hob sie regelmäßig hoch, um nach Insekten zu schauen, die es sich darunter gemütlich gemacht hatten. Ich streichelte Raupen und ließ Schmetterlinge im Haus fliegen. Als ich erfuhr, dass OVO von Insekten inspiriert wurde, ergriff ich diese perfekte Gelegenheit, ihre majestätische Welt mit meinen Kostümen darzustellen.“ Liz hat einen charakteristischen Stil, der durch futuristische Superhelden und Ritterrüstungen inspiriert wird. Ihre Designs für OVO bauen darauf auf: schmeichelhafte Linien und ein langer, geschnürter Look in Anspielung auf die Welt der Super–Heroes. Viele segmentierte, panzerartige Hüllen, bestehen aus einer Kombination von harten und weichen Elementen, ähnlich den Rüstungen der Ritter der Renaissance.


Heraufbeschwören statt Imitieren: Ihre erste Herausforderung bestand darin, das Aussehen
der Insekten zu suggerieren, ohne deren tatsächliche Anatomie zu kopieren. „Meine Absicht war es, das Gefühl zu
vermitteln, wenn man einer Spinne, Kakerlake oder einem Schmetterling begegnet“, erklärt sie. „Anschließend
erstellte ich detaillierte Zeichnungen der Designs, die ihre Morphologie widerspiegeln. Die Flügel der Libelle werden
zum Beispiel durch eine Hose aus geäderter Spitze, der Stechrüssel des Moskitos durch dünne irokesenartige rote Stiele heraufbeschworen. Die Idee des Panzers wurde zur Meta pher, da sich das Wort „Insekt“ auf „Sektion“ bezieht.“

Organisch/Synthetisch: Liz schöpfte aus der Erfahrung und Fachkenntnis der Kostümwerkstatt des Cirque du Soleil. „Gemeinsam entwickelte man Techniken zum Falten von Stoffen, um dreidimensio nale Muskeln, Volumen und Panzer zu schaffen“, sagt sie. „Das Ergebnis ist eine Art organisches Origami. Deutlichstes Beispiel dafür sind die Kostüme der Grillen. Das Team erforschte die Beschaffenheit von Flügeln und Panzern mit Hilfe der Sublimationstechnik, um diese auszuschmücken und eine realistische Struktur zu verleihen.“ Beim Spiel mit Farben und Mustern schuf Liz verschiedene Variationen eines Themas, setzte dünne Linien bei Ameisen und Grillen und plissierte abstrakte, transparente Kleider der Libellen. Sie verwendete zudem Materialien, die an die Panzer von Insekten erinnern, Spitzenstoffe für die Flügel und weichere Abschnitte der Körper. Um es diversen Figuren, wie dem Moskito, zu ermöglichen, sich zu bewegen, inte grierte sie Bereiche, die sich öffnen und schließen.

Grillen – Symbole für die Kolonie: Zehn Grillen stellen die Hauptinsekten der Show dar. Ihre
Beine lassen sich von ihren Körpern trennen und werden gelegentlich abgeworfen, um den Eindruck einer Insekteninvasion zu erwecken. „Ich habe eine besondere Schwäche für diese Figuren“, sagt Liz, „da ihre Kostüme so aufreizend, grafisch und dynamisch sind.“ Der Fliegenmann ist eine Figur im Vintage -Look, dessen
wahre Natur erst zum Vorschein kommt, als er sich in die Marienkäferdame verliebt. Nach seiner Verwandlung trägt
er ein Kostüm aus borstigen Stacheln. Seine schlaksige, kantige Form steht in krassem Kontrast zu den Rundungen
der Marienkäferdame.


Inspirationsquellen: Liz Vandal schöpfte aus zahlreichen Quellen, so zum Beispiel von Modedesignern wie Pierre Cardin, mit seinen grafischen Linien und geometrischen Formen und der Renaissance - Kleidung.
Liz und ihr Team machten sich die permanente Plissée - Technik des japanischen Designers Issey Miyake zu Nutzen.
Wobei steife Materialien einen organischen Effekt bewirken. „Wir haben das noch verstärkt“, sagt sie, „indem wir farbige Stoffe bedruckten. In Kombination mit Sublimation und Auswaschung wurden die Stoffe nicht nur versteift, sondern erhielten zusätzlich einen metallischen Glanz.“

EINIGE HÖHEPUNKTE
• Die meisten Figuren haben zwei verschiedene Kostüme: Das erste, leichte und funktionale Kostüm eignet sich für
die akrobatischen Aufführungen. Das zweite, schwerere und detailreichere Kostüm, ist für das Leben in der Gemeinschaft bestimmt.
• Die ursprünglichen Outfits der Grillen benötigten jeweils 75 Arbeitsstunden aufgrund der Notwendigkeit, ihnen
Steife zu verleihen und gleichzeitig Flexibilität und Dehnbarkeit der Materialien zu erhalten.
• Mikroskop-Fotografien zeigen, dass die für die Kostüme verwendeten Materialien den tatsächlichen Strukturen
der Insektenkörper erstaunlich ähnlich sind.

 

Musik
Bei der Partitur für OVO kombinierte Berna Ceppas den Klang von Bossa Nova und Samba mit Funk - und Elektromusik. Und, wie von einem Brasilianer zu erwarten ist, einer Menge Perkussion.
Berna Ceppas nahm echte Insektengeräusche auf, um sie direkt über das Keyboard in die Musik zu integrieren. Dabei ordnete er einzelnen Figuren bestimmte Instrumente und individuelle Melodien zu.
Die Band besteht aus Schlagzeuger, Bassist, Perkussionist, Geiger, Blasinstrumentalist, einem Keyboarder, Gitarrist
und einem Sänger. In fast allen Shows des Cirque du Soleil wird die Musik live aufgeführt. Und anders als bei Musicals muss sich die Musik an die Vorgänge auf der Bühne anpassen und nicht umgekehrt.

 

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